Wandern im Herbst – worauf es wirklich ankommt, wenn es kühler wird

von | 10 Okt. 2025

Wenn der Sommer sich langsam verabschiedet und die Sonne flacher über die Gipfel streicht, beginnt für mich eine meiner liebsten Zeiten in den Bergen. Wandern im Herbst hat einfach seinen ganz eigenen Zauber, vor allem wegen des Lichts und der Farben. Wenn sich die Wälder golden verfärben, die Sonne tief steht und die Luft klar ist, dann wirkt jeder Schritt ein bisschen intensiver. Und es ist diese Mischung aus „nochmal alles mitnehmen“ und „jetzt wird’s gemütlich“, die ich so mag.

Wanderung im Herbst über eine schneebedeckte Wiese, im Hintergrund weiße Berge

Klar, die Hochtouren-Saison ist vorbei und das erste Weiß liegt schon auf den höchsten Gipfeln. Aber genau das macht den Herbst so besonders: Diese letzten Wochen, bevor der Winter richtig loslegt, sind perfekt, um nochmal rauszugehen, den Kopf freizubekommen und einfach zu genießen.

Natürlich bringt der Herbst auch seine eigenen Herausforderungen mit sich. Die Tage sind kürzer, die Temperaturen kühler, und manchmal liegt schon Schnee auf dem Weg. Damit du trotzdem bestens vorbereitet bist, kommen hier meine Tipps fürs Wandern im Herbst – direkt vom Berg und von der, die grundsätzlich zu kalte Finger hat, weil sie ständig ihre Handschuhe vergisst.

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Richtig angezogen beim Wandern im Herbst

Im Herbst ist die richtige Kleidung beim Wandern um ein Vielfaches wichtiger als im Sommer. Die Sonne steht tiefer, die Luft ist kühler und sobald sie verschwindet, merkst du, wie die Kälte durch die Kleidung kriecht.

Ein atmungsaktives Shirt oder Longsleeve, ein wärmender Midlayer und eine leichte wattierte Jacke, zum Beispiel aus Primaloft, sind eine gute Basis. Darüber gehört eine Hardshell- oder Regenjacke, die dich vor Wind und kurzen Schauern schützt. So bleibst du trocken und die Wärme, die du dir beim Aufstieg erarbeitet hast, bleibt da, wo sie hingehört.

Ich vergesse tatsächlich fast immer, mir Wechselkleidung einzupacken, obwohl ich genau weiß, dass es Sinn ergibt. Meistens bin ich die, die nach fünf Minuten am Gipfel schon wieder los will, während alle anderen entspannt Brotzeit machen. Deshalb: Ein trockenes Shirt oder Longsleeve zum Wechseln ist im Herbst Gold wert.

Und noch ein Klassiker: Handschuhe, Mütze und ein Schlauchschal oder Buff gehören fix in den Rucksack. Kalte Finger und Ohren machen jede Tour unnötig ungemütlich, und du wirst dich jedes Mal selbst beglückwünschen, wenn du sie dabei hast.

Meine Lieblings-Handschuhe für Herbsttouren

Ich habe im Laufe der Jahre bestimmt ein halbes Dutzend verschiedene Handschuhe gekauft – einfach, weil ich mir immer eingebildet habe, ich bräuchte noch welche für andere Situationen. Aber ganz ehrlich: Am Ende greife ich fast immer zu den gleichen.

Bild meiner etwas älteren Salewa Handschue

Ich nutze die Salewa Sesvenna Foldback Gore Windstopper Handschuhe*. Die sind winddicht, atmungsaktiv und haben eine praktische Foldback-Funktion – du kannst die Fingerkappen einfach zurückklappen, wenn du kurz etwas greifen, dein Handy bedienen oder ein Foto machen möchtest.

Gerade beim Wandern im Herbst oder auf Skitouren sind sie für mich Gold wert, weil sie warm halten, ohne dass man darin schwitzt. Die sind winddicht, atmungsaktiv und haben eine praktische Foldback-Funktion – du kannst die Fäustlinge einfach zurückklappen, wenn du kurz etwas greifen, dein Handy bedienen oder ein Foto machen möchtest. Gerade beim Wandern im Herbst oder auf Skitouren sind sie für mich Gold wert, weil sie warm halten, ohne dass man darin schwitzt.

Extra-Tipp: Regenhülle nicht vergessen

An eine gute Regenjacke denkt man eigentlich fast immer, gerade im Herbst. Aber genauso wichtig ist der Regenschutz für deinen Rucksack. Eine einfache Regenhülle – bei den meisten Wanderrucksäcken ist sie unten in einem Fach integriert. Falls nicht, pack dir unbedingt eine ein. Sie kann dir den Tag retten und hält den Rucksack und seinen Inhalt zuverlässig trocken.

Ausrüstung und Sicherheit: das brauchst du im Herbst wirklich

Im Herbst sind die Tage deutlich kürzer und die Sonne verschwindet manchmal schneller, als man denkt. Eine Stirnlampe gehört deshalb jetzt fix in den Rucksack.

Ich empfehle Modelle mit austauschbaren Batterien statt reinem Akku. Denn eine Steckdose findet man am Gipfel selten, und im Dunkeln auf das Laden deiner Stirnlampe zu warten (falls du eine Powerbank dabei hast), ist alles andere als angenehm. Batterien lassen sich dagegen leicht ersetzen, und mit einem Ersatzset im Rucksack bist du auf der sicheren Seite.

Ich nutze aktuell die IKO CORE Stirnlampe von Petzl*, weil sie sowohl mit Akku als auch mit normalen Batterien funktioniert. Das ist für mich ideal – ich hab immer ein Ersatz-Set Batterien im Rucksack und muss mich am Gipfel nicht über eine leere Lampe ärgern.

Auch wenn du dir sicher bist, deine Tour genau geplant zu haben und locker im Hellen zurückzukommen, kann im Herbst schnell alles anders laufen. Ein längerer Aufenthalt am Gipfel, ein kleiner Umweg oder Schnee im Abstieg – und schon wird es deutlich später, als du dachtest.

Daher ist eine geladene Powerbank auch sehr wichtig. Sie sorgt dafür, dass du im Notfall noch genug Akku hast, um deine Karte zu checken oder Hilfe zu rufen. Bitte auch an das Ladekabel für dein Handy denken, sonst nutzt sie natürlich nichts und war nur etwas Extra-Gewicht.

Und wer auf Nummer sicher gehen will, packt zusätzlich einen Biwaksack ein.

Ich nutze einen Biwaksack von Pieps*

Er wiegt kaum etwas, kann dir aber im Ernstfall wertvolle Wärme spenden, wenn du warten musst oder eine Nacht am Berg verbringen solltest.

Extratipp: Ein Teelicht und ein Feuerzeug können dich unter einer Notfalldecke oder im Biwaksack vor dem Erfrieren retten – wirklich.

Braucht es im Herbst schon Steigeisen?

Viele glauben, sobald Schnee liegt, braucht man Steigeisen. Klingt logisch, stimmt aber nicht immer. Gerade im Herbst liegt oft nur eine dünne Schneeschicht auf steinigem Untergrund. In solchen Bedingungen können Steigeisen oft kontraproduktiv sein, weil die Zacken nicht richtig greifen und du auf den Steinen eher rutschst. Außerdem machst du dir Alu-Steigeisen hier sehr schnell kaputt.

Bergschuhe mit griffiger Sohle und ein sicherer Tritt sind hier wichtiger als jedes Eisen. Manche schwören in solchen Situationen auf sogenannte Grödeln, Ketten mit Spikes, die man über die Schuhe zieht. Ich selbst habe keine, aber wer sich damit wohler fühlt oder etwas mehr Sicherheit will, kann sie bei vereisten Stellen gut einsetzen.

Was ich im Herbst dagegen fast immer dabei habe, sind Gamaschen. Die schützen deine Schuhe und Hosenbeine nicht nur vor Schnee, sondern auch vor nassem Gras und Matsch, was bei kalten Temperaturen einen riesigen Unterschied machen kann. Im Sommer ist ein nasses Hosenbein schnell wieder trocken, im Herbst ist das oft nicht der Fall. Wer schon einmal mit klatschnassen Beinen im Wind ins Tal gelaufen ist, weiß was ich meine.

Tourenplanung im Herbst: Verlass dich auf nichts, was im Sommer selbstverständlich ist

Ein Punkt, den viele unterschätzen: Im Herbst ist in den Bergen vieles schon im Winterschlaf. Viele Almen, Hütten und Bergrestaurants schließen nach der Sommersaison, und auch Bergbahnen oder Lifte haben oft nur noch am Wochenende geöffnet. Plane deine Tour also so, als gäbe es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit.

Nach den ersten Schneefällen sind viele Wanderrouten einfach nicht mehr möglich. Je nach Höhe und Schneefallgrenze kann sich eine einfache Tour schnell in eine Rutschpartie verwandeln. Darum lohnt es sich, vor Ort nachzufragen – etwa bei Einheimischen, Bergführern oder dem Tourismusbüro –, ob die geplante Route aktuell gut begehbar ist.

Wichtig ist auch, dass du immer im Hinterkopf behältst: Hoch geht’s meistens leichter als runter. Was beim Aufstieg noch gut machbar scheint, kann im Abstieg durch matschige Passagen oder etwas Schnee schnell schwierig werden. Deshalb: Hab immer die Bereitschaft, umzudrehen, bevor es wirklich heikel wird.

Das ist keine Schwäche, sondern Erfahrung. Jeder, der regelmäßig in den Bergen unterwegs ist, hat schon Touren abgebrochen – wegen Nebel, Regen, Schnee oder einfach, weil das Bauchgefühl nicht gepasst hat.

Gerade im Herbst geht es für mich nicht mehr darum, Gipfel zu sammeln. Es geht darum, draußen zu sein, die klare Luft zu spüren und den goldenen Wald zu genießen. Manchmal liegt das große Erlebnis nicht oben am Gipfelkreuz, sondern auf dem Weg dorthin.

Verpflegung und warme Getränke: Was im Herbst wirklich Sinn macht

Im Sommer geht’s oft nur darum, genug zu trinken. Im Herbst ist das anders: Wenn’s kalt und windig ist, tut ein Schluck heißer Tee fast so gut wie Sonne im Gesicht.

Eine Thermoskanne gehört für mich deshalb zur Grundausstattung in dieser Jahreszeit. Was ich aus Erfahrung sagen kann: Es bringt überhaupt nichts, den Tee in eine normale Trinkflasche zu füllen. Ich hab zwar eine Trinkflasche, die sowohl kalt als auch heiß hält, aber ohne eine abschraubbare Tasse kannst du es vergessen. Der Tee bleibt ewig heiß – wirklich, am Abend ist dieser oft noch kaum trinkbar.

Wenn du also keine Lust hast, dir die Finger zu verbrennen oder ewig zu warten, misch den Tee gleich beim Einfüllen mit etwas kaltem Wasser und füll ihn nicht kochend heiß ein. So kannst du ihn auch unterwegs genießen, ohne dass du währenddessen halb erfrierst, weil du die Tasse minutenlang in der Hand halten musst, bis der Tee trinkbar ist.

Im Herbst sitzt man selten lange still, weil es schnell kalt wird. Aber ein paar Minuten Pause mit einem warmen Getränk und etwas Energie tun einfach gut. Ich nehme mir dabei keine großen Mahlzeiten mit – eher Nüsse, Trockenfrüchte und Obst. Das gibt Energie, macht satt und ist unkompliziert.

Und auch wenn es unspektakulär klingt: Ein Sitzkissen oder eine kleine faltbare Isomatte kann im Herbst über Wohlfühlen oder Frieren entscheiden. Gerade auf kaltem Stein oder feuchtem Boden ist es einfach Gold wert, wenn man sich trocken und warm hinsetzen kann.

Ich selbst habe kein Extra-Sitzkissen, aber meinen Biwaksack von Pieps. Den kann man super als Sitzunterlage verwenden, weil er eingepackt eine stabile, fast quadratische Form hat, wenn man ihn entrollt.

Fazit: Warum der Herbst für mich die schönste Wanderzeit ist

Der Herbst hat einfach etwas Ehrliches. Kein grelles Sonnenlicht, keine überfüllten Gipfel, kein Leistungsdruck, nur frische Luft, klare Sicht und dieses ganz besondere Licht, das die Berge weich und golden wirken lässt.

Für mich ist das Wandern im Herbst genau deshalb so besonders: Es geht nicht mehr um Rekorde oder Höhenmeter, sondern ums Draußensein, ums Atmen, ums Spüren.

Natürlich fordert der Herbst ein bisschen mehr Vorbereitung – wärmere Kleidung, besseres Licht, etwas mehr Umsicht. Aber gerade das macht ihn auch intensiver. Wenn du gut ausgerüstet bist, kannst du die Ruhe dieser Jahreszeit so richtig genießen.

Und vielleicht merkst du unterwegs, dass es gar nicht darum geht, wie viele Gipfel du noch schaffst, sondern wie viel du dabei fühlst.

Ich halte solche Momente inzwischen gern in meinem Wandertagebuch fest – einfach, weil sie sonst viel zu schnell verloren gehen. Vielleicht ist das ja auch für dich eine Idee, um deine Touren bewusster zu erleben.

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Wenn du wissen willst, was in deinem Rucksack auf keinen Fall fehlen darf, hol dir hier meine kostenlose Packliste fürs Wandern – einfach zum Download und Abhaken.

Hinweis: Die Packliste ist eher allgemein gehalten – für klassische Wandertage ohne Schnee oder Minusgrade. Für Herbsttouren kannst du sie leicht anpassen, zum Beispiel um eine Thermoskanne, Steigeisen etc.

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Martina Rüber

Mein größtes Ziel ist es, jeden Tag ein kleines Abenteuer draußen in der Natur zu erleben – ob beim Skifahren, Wandern oder einfach auf einem Gipfelmoment zwischendurch. Für mich sind diese Erlebnisse pure Lebensfreude, und mit Whatever Books möchte ich dich inspirieren, selbst mehr Zeit draußen zu verbringen und jeden Moment bewusst zu genießen.